Aktuelles

9. August 2021

Tiroler Einsatzkräfte unterstützen Waldbrandbekämpfung in Griechenland

Tiroler Feuerwehrleute helfen bei Löscharbeiten in Griechenland!

Vom 09. bis 20. August 2021 unterstützten Tiroler Einsatzkräfte mit Kameraden aus Salzburg die Waldbrandbekämpfung in Griechenland im Rahmen des EU Katastrophenschutzverfahrens EUCPT:

Im August 2021 brachen an verschiedenen Orten in Griechenland immense Waldbrände aus, darunter Wälder in der Nähe der Stadt Athen, auf dem Peloponnes, auf Euböa, Rhodos und Kreta. Diese Waldbrände erreichten aufgrund der herrschenden Hitzewelle gewaltige Ausmaße und machten auch vor Landwirtschaft und Dörfern nicht halt.

Anfang August meldeten die griechischen Behörden 55 aktive Brände und 56.000 Hektar verbranntes Land und aktivierten über die EU-Kommission das EU-Katastrophenschutzverfahren. Dies war der Beginn einer der größten Operationen in der Geschichte des europäischen Zivilschutzapparates.

Insgesamt 23 Nationen (11 EU-Staaten und 12 nicht EU-Staaten) unterstützen die griechischen Kräfte im Kampf gegen die katastrophalen Waldbrände im Land mit Löschflugzeugen, Löschhubschraubern, Fahrzeugen und Mannschaften.

Während manche Staaten wie Österreich, Rumänien, Israel, Moldawien sowie viele andere, Feuerwehrkräfte schickten, unterstützen andere Länder zusätzlich mit Löschflugzeugen und Hubschraubern - darunter Holland, Frankreich, Kroatien, Schweden, Spanien und Ägypten.

Das Innenministerium als koordinierende Stelle in Österreich reagierte auf die Anforderung mit dem entsenden eines „Ground Forest Fire Fighting using Vehicels – Modul“ (GFFFV Modul) des Landesfeuerwehrverbands Salzburg. Dieses Modul ist seitens des LFV Salzburg bei der EU eingemeldet und wird für derartigen Lagen vorgehalten. Dabei müssen diese Module entsprechend ausgebildet und ausgerüstet sein, um autark in einem Einsatzgebiet arbeiten zu können. Dies wird von den Behörden auch zertifiziert und geprüft.

Unterstützt wurden die Salzburger Einsatzkräfte bei diesem internationalen Einsatz durch zehn Feuerwehrmitglieder aus Tirol, welche mit einem Rüstlöschfahrzeug und zusätzlichem Spezialequipment zur Waldbrandbekämpfung die Reise nach Griechenland antraten. Aufgrund der geografischen Lage wird in Tirol ein großes Augenmerk auf die Ausbildung der Mannschaft für die Bodenbrandbekämpfung gelegt, ein Aspekt welcher auch in diesem Einsatzszenario sehr wichtig ist.

Kurzfristiger Einsatz

Die Reisetaschen mit Einsatzbekleidung und persönlichen Gegenständen galt es dabei schnell und effizient zu packen. Am Sonntagabend erfolgte die Anforderung, am Montagvormittag bereits die Abreise und der Platz war begrenzt. Mit an Bord des Löschfahrzeuges waren von der Feuerwehr Landeck im ersten Kontingent Christian Mayer und Julian Hammerle sowie im zweiten Kontingent Florian Stecher.

Alle Tiroler Kameraden sind bestens ausgebildete Einsatzkräfte für die Waldbrandbekämpfung - sowohl im Flugdienst, (Unterstützende Löschmaßnahmen aus der Luft) als auch der Bodenbrandbekämpfung und bringen viel Einsatzerfahrung von Waldbränden in Tirol mit.

Fahrt im Konvoi mit 12 Fahrzeugen

Gut gelaunt und top motiviert traten die insgesamt zehn Tiroler Feuerwehrkräfte die weite Reise nach Griechenland an. Dabei wurde jede freie Stelle im Fahrzeug genützt, um die Ausrüstungsgegenstände für die Waldbrandbekämpfung unterzubringen, damit man bestmöglich auf die Einsatzszenarien vor Ort vorbereitet ist.

Neben leichter Einsatzbekleidung - bei Temperaturen von über 40 °C ein Muss - und entsprechendem Werkzeug zur Bodenbrandbekämpfung, war auch die Drohne der Feuerwehr Landeck dabei, um aus der Luft Glutnester und Brandstellen identifizieren zu können.

Nach dem Treffpunkt am Montag an der Landesfeuerwehrschule in Telfs wurde per MOT-Marsch nach Salzburg verlegt. In Salzburg erfolgte anschließend der Check-In, ein erstes Briefing mit einer Sicherheitsunterweisung und eine Vorbesprechung zum Einsatzablauf. Am Nachmittag startete der aus 12 Fahrzeugen bestehende Konvoi mit 39 Einsatzkräften der Tiroler und Salzburger Feuerwehren in Richtung Hafen von Ancona.

Schlaf und Erholung zu finden ist in den für Kurzstrecken gebauten Feuerwehrfahrzeugen nur sehr schwer möglich. Dennoch war es möglich, die insgesamt über 1.000 km lange Fahrt von Telfs über Salzburg bis Ancona sicher zu absolvieren, sich in mehreren Pausen und Tankstopps die Füße zu vertreten und die Salzburger Kameraden näher kennenzulernen.

Nach 19 Stunden konnte der Hafen von Ancona am Abend erreicht werden und die Fahrzeuge des österreichischen Kontingentes wurden gemeinsam mit den Fahrzeugen einer Zivilschutzeinheit aus Frankreich auf die Fähre "Olympic Champion" verladen. Anschließend folgte die nächste 23 Stunden dauernde Etappe auf der Fähre nach Patras/Griechenland.

Auf der Fähre standen entsprechende Ruheräume zur Verfügung, um sich dort noch ein wenig auszuruhen bevor nach der langen Überfahrt am Mittwochabend gegen 20:30 Uhr erstmals griechischer Boden betreten wurde. Wie sich herausstellte, war dies die letzte richtige Ruhephase der Mannschaft für die kommenden Tage.

Gegen 22:15 Uhr konnte die Ausschiffung der Fahrzeuge und der Mannschaft gemeldet und die Fahrzeuge am Hafengelände abgestellt werden. Wie froh man in Griechenland über die Ankunft der Hilfseinheit war, hörte man bereits am Applaus einiger Touristen im Hafen, die auf die Abreise warteten und während ihres Aufenthalts teilweise die Brände live miterlebten. In einem Hotel am Hafengelände konnte anschließend noch einige Stunden geschlafen werden, bevor der Einsatz am nächsten Morgen in die heiße Phase ging.

Nach der morgendlichen Befehlsausgabe um 05:30 Uhr setzte sich der Konvoi unter Polizeibegleitung in Fahrt. Entlang der Straßen zeigte sich erstmals das Ausmaß der Zerstörung. Die Brände richteten an der Infrastruktur, den Wäldern und der Vegetation enorme und großflächige Schäden an und auf weite Sicht waren oftmals nur Asche und verbrannte Baumstümpfe zu erkennen.

Ein weitläufiges Einsatzgebiet

Nach einer mehrstündigen Fahrt wurde der Einsatzraum in der Ortschaft „Lalas“ im nordwestlichen Teil des Peloponnes, nahe der antiken Stadt Olympia erreicht. Unmittelbar nach der Ankunft erfolgte durch einen Trupp, gemeinsam mit den griechischen Verbindungsoffizieren, eine detaillierte Erkundung der Lage, welche auch durch die Drohne der Feuerwehr Landeck aus der Luft unterstützt wurde. Der Rest der Mannschaft hat parallel dazu bereits die "Base of Operation" auf einem Schulgelände errichtet.

Die Einsatzkräfte aus Salzburg und Tirol unterstützten mit modernster Technik die aufwändigen und kräfteraubenden Nachlöscharbeiten im Schadensgebiet rund um die antike Stadt Olympia. Das dem Waldbrand-Modul anvertraute Gebiet umfasste 10.000 Hektar in extrem exponiertem und unwegsamem Gelände. Nachdem die offenen Feuer bereits durch Löschflugzeuge und Hubschrauber größtenteils niedergeschlagen waren und die zum Teil evakuierten Bewohner wieder in ihre Dörfer zurückkehren konnten,  galt es „nachhaltig Sicherheit“ zu vermitteln: Die noch vorhandenen Glutnester im Boden mussten frühzeitig erkannt und bekämpft werden, um ein Wiederauflodern der Flammen zu verhindern.

Arbeiten unter rauen Umständen

Besonders zu schaffen machte den Einsatzkräften dabei die Hitze in Kombination mit dem trockenen Wind und der anstrengenden Arbeit im Gelände, wohl wissend, dass genau dieser trockene Wind die Glutnester innerhalb von Minuten wieder zu einem Flächenbrand anfachen kann.

Für die frühzeitige Erkennung der Glutnester wurde die Drohne der Feuerwehr Landeck mit modernster Software eingesetzt. Durch die Verfügbarkeit eines Wärmebildes sowie der normalen Kamera konnten die Bodentruppen, sowie die eingesetzten Fahrzeuge und die verfügbare Flugunterstützung rasch an die entsprechenden Stellen gelotst werden. Das Kamerabild der Drohne wurde dabei über einen Livestream in Echtzeit in die Base of Operation zum Einsatzleitfahrzeug übertragen, um auch in der Einsatzleitung jederzeit einen Überblick über die aktuelle Lage zu haben. Vor allem in der Nacht erleichterte diese Technik den Einsatz und machte die Arbeit in den Nachtstunden und somit auch den Schichtbetrieb überhaupt erst möglich. Zum wiederholten Male hat sich dabei das Lageführungsprogramm Contwise Lisa bestens bewährt: So konnten neben der Einsatzleitung in Griechenland auch die Kameraden in Landeck die Lageführung entsprechend unterstützen.

Nach der ersten Woche erfolgte ein Austausch der eingesetzten Mannschaft vor Ort durch das zweite Kontingent mittels eines Charterfluges über den Flughafen Salzburg und den Militärflugplatz Araxos. Das erste Kontingent übergab die eingesetzten Gerätschaften und den Einsatzort an das zweite Kontingent und konnte nach einer kurzen Übergabe den Heimflug antreten.

Durch die Lokalisierung und Bekämpfung der Hotspots im Boden konnte das Feuer im zugewiesenen Einsatzgebiet bis zum Ende der Mission nicht nur in Schach gehalten, sondern auch erfolgreich bekämpft werden. Gegen Ende der zweiten Woche war die Situation soweit unter Kontrolle, dass der Einsatzraum wieder an die griechischen Kameraden übergeben werden konnte.

Nach dem Abbau der Base of Operation ging es Mittwochabends in Patras auf die Fähre und anschließend vom Hafen Ancona per MOT-Marsch in Richtung Heimat. Am Freitag, kurz nach 03:00 Uhr morgens trafen die Kameraden des zweiten Kontingents wohlbehalten mit ihrem Löschfahrzeug wieder in Telfs an der Landesfeuerwehrschule Tirol ein!

Mit dem Eintreffen des zweiten Kontingents an der Landesfeuerwehrschule in Telfs wurde der Griechenlandeinsatz offiziell beendet, die Aufbereitung der Geräte und entsprechende Nachbereitung des Einsatzes wird uns aber wohl noch einige Wochen beschäftigen.

Resümee

Die Zusammenarbeit zwischen Tirol und Salzburg funktionierte perfekt! Ein vorbildlicher Einsatz, der für rasche Hilfeleistung im Ausland sorgte – zum Schutz der Bewohner auf dem Peloponnes, die sich mehr als dankbar und gastfreundlich über den Einsatz zeigten.

Alle Beteiligten konnten wertvolle internationale Einsatzerfahrung sammeln, neben den bekannten Schwierigkeiten, die uns auch hier in Österreich betreffen, sind hier auch weitere, bis jetzt wenig bekannte Probleme aufgetreten. So brachten die herrschenden Temperaturen unsere Einsatzkräfte an ihre Grenzen. Der Temperaturrückgang in der Nacht auf 30 °C lies kaum einen erholsamen Schlaf zu. Weiters ist die dort herrschende Hartlaubvegetation bei uns quasi unbekannt: Oliven- und Zypressenbäume sowie Gestrüpp beherrschen das Landschaftsbild und leisten sowohl der Mannschaft als auch dem Gerät harten Widerstand. Die Ketten der Motorsägen mussten teilweise mehrfach am Tag nachgefeilt werden.

Diese und viele weitere Erkenntnisse können nun in die Weiterentwicklung der Waldbrandbekämpfung in Österreich eingebracht werden.

Alle Einsatzkräfte waren top motiviert die örtlichen Einsatzkräfte in Griechenland tatkräftig zu unterstützen - das überwältigende Feedback in den Sozialen Medien, in persönlichen Nachrichten, Anrufen und Wünschen für einen erfolgreichen und sicheren Einsatz taten ihr Übriges dazu!

Die Dankbarkeit der örtlichen Bevölkerung relativiert vieles und lässt die vielen schlaflosen Stunden in den Hintergrund rücken. Und wenn man im Nachhinein sieht, dass die vielen harten Arbeitsstunden nicht vergebens waren, sondern nachhaltig den Menschen vor Ort den Lebensraum erhalten bzw. zurückgegeben haben, ist für alle Beteiligten klar: Wenn wieder Hilfe benötigt wird, wir sind dabei!

Der Einsatz wurde im Rahmen des European Union Civil Protection Mechanism der EU in Zusammenarbeit mit dem BMI - Bundesministerium für Inneres koordiniert und länderübergreifend abgearbeitet. Feuer kennt bekanntlich nun einmal keine Grenzen.

Wir sagen Danke an alle, die diesen Einsatz unterstützt haben und sind froh, dass alle gesund von dem Einsatz wieder zu Hause sind!

Fotos: (c) FF-Landeck, LFV-Tirol, LFV-Salzburg, 2021

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9. August 2021

Tiroler Einsatzkräfte unterstützen Waldbrandbekämpfung in Griechenland

Tiroler Feuerwehrleute helfen bei Löscharbeiten in Griechenland!

Vom 09. bis 20. August 2021 unterstützten Tiroler Einsatzkräfte mit Kameraden aus Salzburg die Waldbrandbekämpfung in Griechenland im Rahmen des EU Katastrophenschutzverfahrens EUCPT:

Im August 2021 brachen an verschiedenen Orten in Griechenland immense Waldbrände aus, darunter Wälder in der Nähe der Stadt Athen, auf dem Peloponnes, auf Euböa, Rhodos und Kreta. Diese Waldbrände erreichten aufgrund der herrschenden Hitzewelle gewaltige Ausmaße und machten auch vor Landwirtschaft und Dörfern nicht halt.

Anfang August meldeten die griechischen Behörden 55 aktive Brände und 56.000 Hektar verbranntes Land und aktivierten über die EU-Kommission das EU-Katastrophenschutzverfahren. Dies war der Beginn einer der größten Operationen in der Geschichte des europäischen Zivilschutzapparates.

Insgesamt 23 Nationen (11 EU-Staaten und 12 nicht EU-Staaten) unterstützen die griechischen Kräfte im Kampf gegen die katastrophalen Waldbrände im Land mit Löschflugzeugen, Löschhubschraubern, Fahrzeugen und Mannschaften.

Während manche Staaten wie Österreich, Rumänien, Israel, Moldawien sowie viele andere, Feuerwehrkräfte schickten, unterstützen andere Länder zusätzlich mit Löschflugzeugen und Hubschraubern - darunter Holland, Frankreich, Kroatien, Schweden, Spanien und Ägypten.

Das Innenministerium als koordinierende Stelle in Österreich reagierte auf die Anforderung mit dem entsenden eines „Ground Forest Fire Fighting using Vehicels – Modul“ (GFFFV Modul) des Landesfeuerwehrverbands Salzburg. Dieses Modul ist seitens des LFV Salzburg bei der EU eingemeldet und wird für derartigen Lagen vorgehalten. Dabei müssen diese Module entsprechend ausgebildet und ausgerüstet sein, um autark in einem Einsatzgebiet arbeiten zu können. Dies wird von den Behörden auch zertifiziert und geprüft.

Unterstützt wurden die Salzburger Einsatzkräfte bei diesem internationalen Einsatz durch zehn Feuerwehrmitglieder aus Tirol, welche mit einem Rüstlöschfahrzeug und zusätzlichem Spezialequipment zur Waldbrandbekämpfung die Reise nach Griechenland antraten. Aufgrund der geografischen Lage wird in Tirol ein großes Augenmerk auf die Ausbildung der Mannschaft für die Bodenbrandbekämpfung gelegt, ein Aspekt welcher auch in diesem Einsatzszenario sehr wichtig ist.

Kurzfristiger Einsatz

Die Reisetaschen mit Einsatzbekleidung und persönlichen Gegenständen galt es dabei schnell und effizient zu packen. Am Sonntagabend erfolgte die Anforderung, am Montagvormittag bereits die Abreise und der Platz war begrenzt. Mit an Bord des Löschfahrzeuges waren von der Feuerwehr Landeck im ersten Kontingent Christian Mayer und Julian Hammerle sowie im zweiten Kontingent Florian Stecher.

Alle Tiroler Kameraden sind bestens ausgebildete Einsatzkräfte für die Waldbrandbekämpfung - sowohl im Flugdienst, (Unterstützende Löschmaßnahmen aus der Luft) als auch der Bodenbrandbekämpfung und bringen viel Einsatzerfahrung von Waldbränden in Tirol mit.

Fahrt im Konvoi mit 12 Fahrzeugen

Gut gelaunt und top motiviert traten die insgesamt zehn Tiroler Feuerwehrkräfte die weite Reise nach Griechenland an. Dabei wurde jede freie Stelle im Fahrzeug genützt, um die Ausrüstungsgegenstände für die Waldbrandbekämpfung unterzubringen, damit man bestmöglich auf die Einsatzszenarien vor Ort vorbereitet ist.

Neben leichter Einsatzbekleidung - bei Temperaturen von über 40 °C ein Muss - und entsprechendem Werkzeug zur Bodenbrandbekämpfung, war auch die Drohne der Feuerwehr Landeck dabei, um aus der Luft Glutnester und Brandstellen identifizieren zu können.

Nach dem Treffpunkt am Montag an der Landesfeuerwehrschule in Telfs wurde per MOT-Marsch nach Salzburg verlegt. In Salzburg erfolgte anschließend der Check-In, ein erstes Briefing mit einer Sicherheitsunterweisung und eine Vorbesprechung zum Einsatzablauf. Am Nachmittag startete der aus 12 Fahrzeugen bestehende Konvoi mit 39 Einsatzkräften der Tiroler und Salzburger Feuerwehren in Richtung Hafen von Ancona.

Schlaf und Erholung zu finden ist in den für Kurzstrecken gebauten Feuerwehrfahrzeugen nur sehr schwer möglich. Dennoch war es möglich, die insgesamt über 1.000 km lange Fahrt von Telfs über Salzburg bis Ancona sicher zu absolvieren, sich in mehreren Pausen und Tankstopps die Füße zu vertreten und die Salzburger Kameraden näher kennenzulernen.

Nach 19 Stunden konnte der Hafen von Ancona am Abend erreicht werden und die Fahrzeuge des österreichischen Kontingentes wurden gemeinsam mit den Fahrzeugen einer Zivilschutzeinheit aus Frankreich auf die Fähre "Olympic Champion" verladen. Anschließend folgte die nächste 23 Stunden dauernde Etappe auf der Fähre nach Patras/Griechenland.

Auf der Fähre standen entsprechende Ruheräume zur Verfügung, um sich dort noch ein wenig auszuruhen bevor nach der langen Überfahrt am Mittwochabend gegen 20:30 Uhr erstmals griechischer Boden betreten wurde. Wie sich herausstellte, war dies die letzte richtige Ruhephase der Mannschaft für die kommenden Tage.

Gegen 22:15 Uhr konnte die Ausschiffung der Fahrzeuge und der Mannschaft gemeldet und die Fahrzeuge am Hafengelände abgestellt werden. Wie froh man in Griechenland über die Ankunft der Hilfseinheit war, hörte man bereits am Applaus einiger Touristen im Hafen, die auf die Abreise warteten und während ihres Aufenthalts teilweise die Brände live miterlebten. In einem Hotel am Hafengelände konnte anschließend noch einige Stunden geschlafen werden, bevor der Einsatz am nächsten Morgen in die heiße Phase ging.

Nach der morgendlichen Befehlsausgabe um 05:30 Uhr setzte sich der Konvoi unter Polizeibegleitung in Fahrt. Entlang der Straßen zeigte sich erstmals das Ausmaß der Zerstörung. Die Brände richteten an der Infrastruktur, den Wäldern und der Vegetation enorme und großflächige Schäden an und auf weite Sicht waren oftmals nur Asche und verbrannte Baumstümpfe zu erkennen.

Ein weitläufiges Einsatzgebiet

Nach einer mehrstündigen Fahrt wurde der Einsatzraum in der Ortschaft „Lalas“ im nordwestlichen Teil des Peloponnes, nahe der antiken Stadt Olympia erreicht. Unmittelbar nach der Ankunft erfolgte durch einen Trupp, gemeinsam mit den griechischen Verbindungsoffizieren, eine detaillierte Erkundung der Lage, welche auch durch die Drohne der Feuerwehr Landeck aus der Luft unterstützt wurde. Der Rest der Mannschaft hat parallel dazu bereits die "Base of Operation" auf einem Schulgelände errichtet.

Die Einsatzkräfte aus Salzburg und Tirol unterstützten mit modernster Technik die aufwändigen und kräfteraubenden Nachlöscharbeiten im Schadensgebiet rund um die antike Stadt Olympia. Das dem Waldbrand-Modul anvertraute Gebiet umfasste 10.000 Hektar in extrem exponiertem und unwegsamem Gelände. Nachdem die offenen Feuer bereits durch Löschflugzeuge und Hubschrauber größtenteils niedergeschlagen waren und die zum Teil evakuierten Bewohner wieder in ihre Dörfer zurückkehren konnten,  galt es „nachhaltig Sicherheit“ zu vermitteln: Die noch vorhandenen Glutnester im Boden mussten frühzeitig erkannt und bekämpft werden, um ein Wiederauflodern der Flammen zu verhindern.

Arbeiten unter rauen Umständen

Besonders zu schaffen machte den Einsatzkräften dabei die Hitze in Kombination mit dem trockenen Wind und der anstrengenden Arbeit im Gelände, wohl wissend, dass genau dieser trockene Wind die Glutnester innerhalb von Minuten wieder zu einem Flächenbrand anfachen kann.

Für die frühzeitige Erkennung der Glutnester wurde die Drohne der Feuerwehr Landeck mit modernster Software eingesetzt. Durch die Verfügbarkeit eines Wärmebildes sowie der normalen Kamera konnten die Bodentruppen, sowie die eingesetzten Fahrzeuge und die verfügbare Flugunterstützung rasch an die entsprechenden Stellen gelotst werden. Das Kamerabild der Drohne wurde dabei über einen Livestream in Echtzeit in die Base of Operation zum Einsatzleitfahrzeug übertragen, um auch in der Einsatzleitung jederzeit einen Überblick über die aktuelle Lage zu haben. Vor allem in der Nacht erleichterte diese Technik den Einsatz und machte die Arbeit in den Nachtstunden und somit auch den Schichtbetrieb überhaupt erst möglich. Zum wiederholten Male hat sich dabei das Lageführungsprogramm Contwise Lisa bestens bewährt: So konnten neben der Einsatzleitung in Griechenland auch die Kameraden in Landeck die Lageführung entsprechend unterstützen.

Nach der ersten Woche erfolgte ein Austausch der eingesetzten Mannschaft vor Ort durch das zweite Kontingent mittels eines Charterfluges über den Flughafen Salzburg und den Militärflugplatz Araxos. Das erste Kontingent übergab die eingesetzten Gerätschaften und den Einsatzort an das zweite Kontingent und konnte nach einer kurzen Übergabe den Heimflug antreten.

Durch die Lokalisierung und Bekämpfung der Hotspots im Boden konnte das Feuer im zugewiesenen Einsatzgebiet bis zum Ende der Mission nicht nur in Schach gehalten, sondern auch erfolgreich bekämpft werden. Gegen Ende der zweiten Woche war die Situation soweit unter Kontrolle, dass der Einsatzraum wieder an die griechischen Kameraden übergeben werden konnte.

Nach dem Abbau der Base of Operation ging es Mittwochabends in Patras auf die Fähre und anschließend vom Hafen Ancona per MOT-Marsch in Richtung Heimat. Am Freitag, kurz nach 03:00 Uhr morgens trafen die Kameraden des zweiten Kontingents wohlbehalten mit ihrem Löschfahrzeug wieder in Telfs an der Landesfeuerwehrschule Tirol ein!

Mit dem Eintreffen des zweiten Kontingents an der Landesfeuerwehrschule in Telfs wurde der Griechenlandeinsatz offiziell beendet, die Aufbereitung der Geräte und entsprechende Nachbereitung des Einsatzes wird uns aber wohl noch einige Wochen beschäftigen.

Resümee

Die Zusammenarbeit zwischen Tirol und Salzburg funktionierte perfekt! Ein vorbildlicher Einsatz, der für rasche Hilfeleistung im Ausland sorgte – zum Schutz der Bewohner auf dem Peloponnes, die sich mehr als dankbar und gastfreundlich über den Einsatz zeigten.

Alle Beteiligten konnten wertvolle internationale Einsatzerfahrung sammeln, neben den bekannten Schwierigkeiten, die uns auch hier in Österreich betreffen, sind hier auch weitere, bis jetzt wenig bekannte Probleme aufgetreten. So brachten die herrschenden Temperaturen unsere Einsatzkräfte an ihre Grenzen. Der Temperaturrückgang in der Nacht auf 30 °C lies kaum einen erholsamen Schlaf zu. Weiters ist die dort herrschende Hartlaubvegetation bei uns quasi unbekannt: Oliven- und Zypressenbäume sowie Gestrüpp beherrschen das Landschaftsbild und leisten sowohl der Mannschaft als auch dem Gerät harten Widerstand. Die Ketten der Motorsägen mussten teilweise mehrfach am Tag nachgefeilt werden.

Diese und viele weitere Erkenntnisse können nun in die Weiterentwicklung der Waldbrandbekämpfung in Österreich eingebracht werden.

Alle Einsatzkräfte waren top motiviert die örtlichen Einsatzkräfte in Griechenland tatkräftig zu unterstützen - das überwältigende Feedback in den Sozialen Medien, in persönlichen Nachrichten, Anrufen und Wünschen für einen erfolgreichen und sicheren Einsatz taten ihr Übriges dazu!

Die Dankbarkeit der örtlichen Bevölkerung relativiert vieles und lässt die vielen schlaflosen Stunden in den Hintergrund rücken. Und wenn man im Nachhinein sieht, dass die vielen harten Arbeitsstunden nicht vergebens waren, sondern nachhaltig den Menschen vor Ort den Lebensraum erhalten bzw. zurückgegeben haben, ist für alle Beteiligten klar: Wenn wieder Hilfe benötigt wird, wir sind dabei!

Der Einsatz wurde im Rahmen des European Union Civil Protection Mechanism der EU in Zusammenarbeit mit dem BMI - Bundesministerium für Inneres koordiniert und länderübergreifend abgearbeitet. Feuer kennt bekanntlich nun einmal keine Grenzen.

Wir sagen Danke an alle, die diesen Einsatz unterstützt haben und sind froh, dass alle gesund von dem Einsatz wieder zu Hause sind!

Fotos: (c) FF-Landeck, LFV-Tirol, LFV-Salzburg, 2021

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